Forschungsprojekte
Musikwissenschaft
Die musikwissenschaftliche Forschung am FZM umfasst alle gängigen Teildisziplinen des Fachs: Ältere und Neuere Historische Musikwissenschaft, Systematische Musikwissenschaft und Ethnomusikologie. Diese thematische Breite ist international an einem Standort nur selten gegeben und stellt ein Alleinstellungsmerkmal in Baden-Württemberg dar. Zwischen den Disziplinen ergeben sich zahlreiche gegenstandsbezogene Verknüpfungen. Besondere Arbeitsschwerpunkte liegen in Feldern wie Musik und Globalisierung, Musikphilosophie seit 1800, neue und zeitgenössische Musik, Musikpsychologie, Musik des Vorderen Orients oder Digitalisierung und Editionstechnik.
In den Jahren 2008 bis 2018 Mit-Herausgeberschaft der Bände I/1-7 mit den Orgelwerken Max Regers sowie den Bänden II/1 (Lieder 1) und II/8 (Werke für gemischten Chor a capella I). Die editorische Erarbeitung der Werke erfolgte in hybrider Form, also in gedruckten Bänden und zusätzlichem Material in digitaler Form. Die den Editionen zugrundeliegenden Quellen können einschließlich des Kritischen Berichts mithilfe der Software Edirom seiten- oder taktweise angezeigt werden, um Hrsg.-Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. (Prof. Dr. Stefanie Steiner-Grage)
Das Projekt erfasst und erforscht historische Sammlungen arabischer Liedtexte aus dem Maschrek ab 1500. Es klassifiziert die Quellen erstmals umfassend, analysiert das enthaltene Vokalrepertoire und klärt Fragen zu Alter, Urheber:innen, Genres, Modi und Metren der Lieder. Langfristig bildet es eine Grundlage für kritische Editionen und die Erschließung dieser bedeutenden Periode der Musik- und Kulturgeschichte. (Prof. Dr. Salah Maraqa)
Untersuchung der Bewegungen von Breakdancern in verschiedenen Zeitlupeneinstellungen (Prof. Dr. Clemens Wöllner, Dr. Xinyue Wang)
› Wang, X., Burger, B., & Wöllner, C. (2024). Body movement and emotion: Investigating the impact of audiovisual tempo manipulations on emotional arousal and valence. Jahrbuch Musikpsychologie, 32, e191. doi.org/10.5964/jbdgm.191
Im Rahmen dieses Projekts werden wissenschaftliche Editionen zweier Notensammlungen aus dem Bestand der İstanbul Üniversitesi Nadir Eserler Kütüphanesi (Bibliothek für seltene Werke der Universität Istanbul) angefertigt. (Prof. Dr. Salah Maraqa, bis Ende 2027)
In diesem Vorhaben wurde der Entstehungs- und Kompositionsprozess von Max Regers letzter Violinsonate op. 139 auf der Basis von neu ans Licht der Forschung getretenen Skizzenkonvoluten näher erörtert. Im Zuge einer durch den Abbruch der Komposition am (Lateinischen) Requiem WoO V/9 ausgelösten Schaffenskrise brach Reger 1914 auch die Arbeit an der Violinsonate ab und schuf erst 1915 unter Einbeziehung von älterem kompositorischen Material die endgültige, in Druck erschienene Fassung. https://schott-campus.com/entwuerfe-regers-op-139/
In diesem Projekt sollen zwei maßgebliche Konzepte des Musizierens gemeinsam analysiert werden. (Prof. Dr. Clemens Wöllner, gemeinsam mit Kollegen aus Luzern, Schweiz)
› Wöllner, C. & Kohl, T. (2026). Groove and time perception are influenced by rhythmic complexity and tempo. Musicae Scientiae (advance online). doi.org/10.1177/10298649261419794
Das Projekt untersucht die Wahrnehmung und Darstellung der europäischen Musikkultur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in den Reiseberichten arabischer Europareisender. Durch die Analyse dieser Quellen sollen neue Erkenntnisse über die Begegnung zweier Kulturen, deren Selbst- und Fremdbilder sowie die Rolle der Musik als Medium des kulturellen Austauschs gewonnen werden. (Prof. Dr. Salah Maraqa)
(Prof. Dr. Natasha Loges)
› In a New Key: Studies of Women Pianists, ed. Natasha Loges & Joe Davies (Oxford University Press, forthcoming 2027)
› Special Edition: ‘Gender and the piano in the 19th century’, Music & Musical Performance, eds. Ning Hui See & Natasha Loges (forthcoming 2027)
› ‘Performing Gender in Biedermeier Berlin: Franz Kugler’s Frauen Liebe und Leben Songs in the 1830 Skizzenbuch’, in New Perspectives on the Arts in the Salon 1815–1850, Interdisciplinary Studies in the Long Nineteenth Century 19, with Anja Bunzel & Melanie Unseld (forthcoming 2027)
› Pauline Viardot (Reaktion Books, 2026) reaktionbooks.co.uk/work/pauline-viardot
› ‘Fragmenting Frauenliebe und -leben: Reading and Performing Alternative Lives and Loves’, in The Lied at the Crossroads of Performance and Musicology, eds. Jennifer Ronyak & Benjamin Binder (Cambridge University Press, 2024), 55–77 doi.org/10.1017/9781009003605.005
› ‘But Whose Life, Really? Singers’Experiences of Performing Robert Schumann’s Frauenliebe und -leben Op. 42’, in Music Performers’ Lived Experiences, Vol. 1, ed. Mine Doğantan-Dack (Routledge, 2025), 127–43 www.routledge.com/Music-Performers-Lived-Experiences-Theory-Method-Interpretation-Volume-One/Dogantan-Dack/p/book/9781032403724
› With Melanie Unseld, ‘Women’s Agency in Vienna around 1800’, in Women’s Agency in Schubert’s Vienna, eds. Andrea Lindmayr-Brandl, Birgit Lodes & Melanie Unseld (Vienna: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2024), 15–42 doi.org/10.1553/978OEAW96563
Im Zuge einer Förderung an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie entstand der Prototyp zu einer dreidimensionalen – quasi mit VR-Brille begehbaren – Musikedition einer Sonate von Sammartini, deren Partitur in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt wird. Unter Beteiligung der CyberRäuber und der Ethnomusikologin und Sound Arts-Künstlerin Dr. Christiane Strothmann.
Untersuchung von psychologischer Gestaltwahrnehmung in historisch-informierten im Vergleich zu konventionellen Klavierinterpretationen. (Prof. Dr. Clemens Wöllner, Prof. Dr. Hardy Rittner, Geoff McDonald; Juni 2023-Mai 2026)
Dieses Projekt erweitert die Bandbreite musiktheoretischer Quellen zeitlich, räumlich und materiell, um die Vielfalt menschlicher Musiktheorie zu erfassen. (Prof. Dr. Salah Maraqa als Associate Editor für arabischsprachige Quellen und Autor; Ende 2026)
(Prof. Dr. Natasha Loges)
› Western Art Song in the World, ed. Natasha Loges (Routledge, forthcoming 2027)
› Global Perspectives on Women Pianists, ed. Natasha Loges & Joe Davies (Boydell Press, 2026) boydellandbrewer.com/book/global-perspectives-on-women-pianists-hb/
› Gender and Cultural Diplomacy after World War II — analyses the legacy of the Taiwanese-Mongolian singer Gomda Phyllis Hsi, especially her performances of East Asian song in 1960s Germany (in progress)
› ‘De-Ranging Schubert’s Winterreise: An Experiment in Repertoire Diversification’, Roczniki Humanistyczne 73/12 (December 2025), 211–25 doi.org/10.18290/rh257312.13
Dieses Forschungsinteresse beruht auf grundlegenden Fragestellungen, die sich spätestens seit Einführung von Chat GPT im November 2022 und dem danach exponentiell steigenden Einsatz von KI-Tools ergeben: Wie verändern sich durch KI (auch) Arbeitsweisen in den Geisteswissenschaften? Welche Prüfungsformen werden durch KI-Tools möglicherweise obsolet, welche Alternativen gibt es? Werden KI-generierte Texte und Songs schon bald menschliche Kreativität zunehmend vom Markt verdrängen? Vgl. dazu: https://www.videoportal.uni-freiburg.de/video/ai-music-prof-dr-stefanie-grage/a6c7db8c3450cab6dc95a2bc757d5ba5
Basierend auf einem früheren ERC Consolidator Grant Projekt werden (Prof. Dr. Clemens Wöllner; seit 2022)
› Wöllner, C. (2025). Music in the air and in the body: an interoceptive system’s perspective on musical emotions, awareness, and time. In M. Wittmann, I. Strigo & A. Simmons (Eds.), The bodily self, emotion, and subjective time (pp. 269–284). Current Topics in Behavioral Neurosciences. Springer Nature. doi.org/10.1007/7854_2024_517
› Wöllner, C. & London, J. (Eds.) (2023). Performing time. Synchrony and temporal flow in music and dance. Oxford University Press.
Musiktheorie und Gehörbildung
Die Forschung in Musiktheorie und Gehörbildung am FZM umfasst sowohl künstlerische als auch wissenschaftliche Forschung bzw. Querverbindungen zwischen künstlerisch-praktischen, wissenschaftlichen und pädagogischen Aspekten beider Fächer mit Fokus auf Teilbereichen wie: historisch informierte Kompositionslehre und Analyse seit der Renaissance, Geschichte der Musiktheorie und Analyse, stilgebundene Improvisation und Komposition von Renaissance bis Jazz, Analyse neuer und zeitgenössischer Musik, Didaktik und Methodik der Musiktheorie und Gehörbildung, digitale Medien in der Musiktheorie und Gehörbildung oder französischsprachige Musiktheorie.
Entwicklung eines browserbasierten Players, womit der Gehörbildungs- und Musiktheorieunterricht näher am eigenen Instrument der Studierenden stattfinden kann. Studierende hören über Kopfhörer eine Vorgabe, spielen diese mit ihrem eigenen Instrument nach und transponieren sie in andere Tonarten. Aufgenommene Tonspuren, die für gut befunden werden, können direkt aus dem Player exportiert und an die Lehrperson übermittelt werden. Auch kann eine Statistik erstellt werden, wie oft die Vorgabe angehört werden musste bzw. wie oft angesetzt wurde, um die Einspielung mit der Vorgabe in Übereinstimmung zu bringen. (Prof. Konrad Georgi; Prof. Wolfgang Drescher)
Kurze Ausschnitte relevanter Musikstücke werden durch Antippen virtueller Memory-Karten miteinander verglichen und einander im Hinblick auf einen jeweils gemeinsamen musiktheoretischen Aspekt zugeordnet. (Prof. Konrad Georgi; Prof. Wolfgang Drescher)
DigiPlay. Digital Playgrounds – virtuelle und reale Orte zum Aufbau digitalmusikalischer Kompetenzen
Prof. Konrad Georgi; MWK Baden-Württemberg; 2019–2021; 110.000 Euro
Entwicklung eines Lernkartensets zum Trainieren der Verknüpfung zwischen dem Kontext eines Basstons und seiner Harmonisierung im Sinne der Oktavregel und anderen Konzepten des 18. Jahrhunderts. (Prof. Dr. Hans Aerts; Netzwerk Musikhochschulen und BMBF; 2018; 4.500 Euro; die Digitalisierung erfolgte im Rahmen des Projekts DigiPlay)
Musikdateien können mit vorgegebenen Markern (z.B. für bestimmte Kadenztypen, Motive, Aspekte der Instrumentation usw.) oder mit freien Kommentaren von mehreren Studierenden synchron oder asynchron annotiert werden. Daraufhin können die Annotationen aller Teilnehmenden zwecks Vergleich, Auswertung, Diskussion usw. angezeigt werden. (Prof. Dr. Moritz Heffter; Stiftung Innovation in der Hochschullehre; 07/2022–08/2023; 166.390 Euro)
Musikphysiologie und Musikermedizin
Die Forschung am Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM) umfasst Grundlagenforschung und angewandte Forschung. Inhaltlich werden Themen aus den Bereichen der Stimmphysiologie, der Atemphysiologie bei Sängerinnen und Sängern und Bläserinnen und Bläsern, musikpsychologische Themen (wie Auftritt, Lampenfieber, Kommunikation), Bewegungswissenschaften, Trainings- und Neurowissenschaft sowie Gesundheitsförderung, Resilienz und Wirkungen des Musizierens in verschiedenen Kontexten behandelt. Die Forschungsmethoden sind breit gefächert von gerätetechnischer Anwendung (dynamische Magnetresonanztomografie MRT, Elektroimpedanztomografie EIT, Elektromyografie EMG, Posturografie, 3D-Motion Capturing) bis zu quantitativen und qualitativen Methoden der Sozialforschung.
Kooperation mit Anästhesiologie des Universitätsklinikums (Prof. Dr. Hartmut Bürkle & Prof. Dr. Stefan Schumann), Promotion im Collège Glarean Yannick Trares (Prof. Kilian Herold)
Motion Capturing im Bewegungslabor des FIM (PD Dr. Manfred Nusseck)
Prof. Dr. Anna Immerz; Förderung im Rahmen des Margarete von Wrangell Juniorprofessorinnen-Programms MWK; 01.05.2024–30.04.2027; Finanzierung einer Postdoktorandin zur Weiterqualifizierung
u.a. Wirksamkeit von Probespieltraining und Entwicklung der App Stage:Cool (Prof. Dr. Dr. Claudia Spahn & PD Dr. Manfred Nusseck; Förderung im Rahmen des Projektes DigiPlay, MWK Baden-Württemberg)
Kooperationsprojekt mit dem Freiburger Barockorchester (FBO) (Andreas Heideker, Prof. Dr. Dr. Claudia Spahn & Prof. Dr. Bernhard Richter (FIM); Anna-Lena Schuppe, Martin Bail & Hans-Georg Kaiser (FBO); Kulturstaatsministerin – Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur & Medien; 01.10.2024–30.09.2026; 304.250 Euro)
Musizieren und Gesundheit – Strategien zur langfristigen Bewältigung der akuten Folgen der Corona-Pandemie und zukunftsfähige Stärkung der Kulturszene nach Corona (Prof. Dr. Dr. Claudia Spahn, Andreas Heideker & Dr. Dagmar Danko; MWK Baden-Württemberg; 01.07.2022–30.09.2024; 180.000 Euro)
Multizenterstudie von fünf Musikhochschulen (PD Dr. Manfred Nusseck & Prof. Dr. Dr. Claudia Spahn; DFG NU 369/2-1)
»pflaster:sound« - Musik – Resilienz – Freiheit (Prof. Dr. Anna Immerz, Dr. Dagmar Danko, Jakob Leiner, Prof. Dr. Dr. Claudia Spahn & Master Studierende Musikphysiologie; BMBF / Wissenschaft im Dialog; 1.3.2024– 31.12.2024; 10.000 Euro)
Stimmliche und mentale Gesundheit für Lehrkräfte in Baden-Württemberg (Dr. Nico Hutter, Prof. Dr. Dr. Claudia Spahn & Prof. Dr. Bernhard Richter; Ministerium für Kultus, Jugend und Sport - Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg ZSL; 15.06.2020–31.12.2024; 1.140.000 Euro)
Ultraschnelle dynamische 3-dimensionale Magnetresonanztomographie der Stimmlippenschwingung (PD Dr. Louisa Traser & Dr. Johannes Fischer, Medizinphysik Uniklinikum Freiburg; DFG TR 1491/4-1, FI 2803/1-1; 01.02.2024–31.01.2026; 429.364 Euro)
Aufmerksamkeitsfokus in der Musik – Wirkungen auf Prozesse des motorischen Lernens und motorischer Kontrolle beim Üben und Aufführen von Musik (Dr. Jesper Hohagen; Eliteprogramm für Postdoktorandinnen und Postdoktoranden der Baden-Württemberg Stiftung; 01.06.2024–31.05.2027; 160.000 Euro)
Musikpädagogik
Das Forschungsprofil der Musikpädagogik besteht in der Erforschung und der wissenschaftlich begleiteten Gestaltung musikpädagogischer Erfahrungsräume mit einem offenen, fachlich interdisziplinären Zugang.
16./17.9.2022 Kongress zum Thema Artistic Citizenship, der von einem hochschulübergreifenden studentischen Seminar begleitet und in einer umfangreichen Publikation (Lessing, 2023) dokumentiert wurde (Prof. Dr. Wolfgang Lessing in Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachvertreterinnen und -vertretern in den Bereichen IGP und EMP).
Coaching von Musikschulen und kommunalen bzw. städtischen Trägern, die ihre Musikschulen in Richtung eines Musizierlernhauses weiterentwickeln wollen (u.a. MS Bochum, MS Hamburg, MS Ludwigshafen, MS Hochsauerlandkreis, MS Luzern). (Prof. Dr. Andreas Doerne)
Eine videografierte Improvisationssituation musikalischer Amateurinnen und Amateure wird aus dem Blickwinkel schulischer Musikpädagogik, Instrumentalpädagogik und Elementarer Musikpädagogik betrachtet. Die zum überwiegenden Teil an der Freiburger Hochschule tätigen Autorinnen und Autoren gehen der Frage nach, inwieweit die Interpretationsergebnisse auf unterschiedliche musikpädagogische Fachkulturen zurückführen lassen. (Prof. Dr. Thade Buchborn, Prof. Dr. Wolfgang Lessing, Prof. Camille Savage Kroll et al.)
Professionelle Netzwerke zur Förderung adaptiver, handlungsbezogener, digitaler Innovationen in der Lehrkräftebildung in Kunst, Musik und Sport Das Projekt entwickelt und implementiert LehrerIinnenfortbildungen zu digitalen Innovationen in den jeweiligen Fachdidaktiken. (Prof. Dr. Thade Buchborn; Verbundantrag; 2023–2026; 7.2 Mio. Euro)
Dieses Projekt rekonstruiert mit Hilfe der Dokumentarischen Methode die Orientierungen von AkteurInnen in Praxen der Amateurmusik und non-formaler musikalischer Bildung. (Prof. Dr. Thade Buchborn & Prof. Dr. Wolfgang Lessing; BMBF; 2019–2022; 442.000 Euro)
Kostenlos zugängliches, digitales Lernmaterial zum auditiven Musizierenlernen am Klavier. Integration des Notenlernens in primär auditive Lernprozesse durch Selbstschreiben. Innovative Produktion von speziellen Klavier-Audiorecordings, die künstlerisch und aufnahmetechnisch ansprechend sind und durch bestimmte Neuheiten in der Produktion gleichzeitig das Heraushören erleichtern. Material kann sowohl zum autodidaktischen Lernen verwendet als auch in Unterrichtskontexte eingebracht werden (ca. 3.000 Besucherinnen und Besucher pro Monat). (Prof. Dr. Andreas Doerne)
In drei Design-Based-Research-Studien werden passgenaue Mobilitätscurricula für Studierende, Mentoring-Programme für die Betreuung von Auslandspraktika sowie Unterrichtsdesigns zu Zukunftsthemen wie digitale Musizierpraxen, Nachhaltigkeit und Demokratiebildung empiriebasiert entwickelt. (Prof. Dr. Thade Buchborn; Verbundprojekt; 2023–2026; 1.5 Mio. Euro)
Das Projekt findet in Kooperation mit Prof. Dr. Matthias Handschick (Hochschule für Musik Saar) statt. Es begleitet Komponistinnen und Komponisten bei ihrer Arbeit mit Schulklassen und widmet sich der Frage, welche Rolle die Dimension des Künstlerischen in diesen Projekten spielt. (Monografie erscheint 2024; Prof. Dr. Wolfgang Lessing; Artmentor-Stiftung; seit 2020; 50.000 Euro)
In Kooperation mit der Universität Vechta, entwickelt dieses Projekt auf der Grundlage empirischer Einblicke in die Logiken der Ensemblepraxis in ländlichen Räumen ein Workshopformat sowie einen Praxisleitfaden zu Prozessen der Transformation von Musikvereinen und Chören. (Prof. Dr. Thade Buchborn & Prof. Dr. Wolfgang Lessing; BLE/BMEL; 2023–2026; 400.000 Euro)
Popularmusikforschung
Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) widmet sich der Geschichte, Theorie und Gegenwart populärer Musik in all ihren Ausprägungen. Thematisch erstreckt sich die interdisziplinäre Forschung auf die folgenden inhaltlichen Felder: Gesellschaft-Politik-Identität; Produktion-Distribution-Rezeption; Performativität-Inszenierung-Medialität; Räume-Mobilität-Verflechtungen. Die Forschungsergebnisse werden in zwei Printreihen (Jahrbuch „Lied und Populäre Kultur“, Schriftenreihe „Populäre Kultur und Musik“) und drei Online-Lexika veröffentlicht. Als wissenschaftliche Austauschformate veranstaltet das ZPKM Tagungen und Workshops, zudem sind am ZPKM verschiedene Drittmittelprojekte angesiedelt.
Das Projekt brachte Forschende aus der Musikwissenschaft und der Amerikanistik mit dem Ziel zusammen, interdisziplinär US-amerikanische populäre Musik zu erforschen. (DFG; 2016–2024; 69.714 Euro)
Kooperationsprojekt zwischen den Universitäten Freiburg und Tübingen sowie dem Badischen Landesmuseum und dem Landesmuseum Württemberg. (Volkswagenstiftung; 2021–2027; 977.600 Euro)
Kooperationsprojekt zusammen mit dem rock’n’popmuseum Gronau sowie der HfM Weimar. (BMBF; 2018−2021; 819.138 Euro)
Das Projekt widmet sich den Produktionspolitiken des Plattenlabels Amiga, welches als eines von sechs Abteilungen des einzigen Tonträgerherstellers der DDR, des VEB Deutsche Schallplatten, für das Produzieren, Kuratieren und Veröffentlichen populärer Musik zuständig war. Ziel ist es, die Produktionspolitiken des Plattenlabels Amiga sowohl auf Basis historischer Quellen als auch interviewgestützt zu rekonstruieren und an ihrem Beispiel sozio-technische Konstellationen zu kartieren, in denen phonographische Musikangebote entstehen. (DFG; 2024–2027; 219.300 Euro)
Musikbezogene Forschung in weiteren Fächern
Mit der über die klassische Musikforschung hinaus zusätzlichen Einbindung von Disziplinen wie Ethnologie, Geschichte, Kultursoziologie, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Ökonomie, Philosophie, Psychologie oder Theologie ist es im FZM möglich, durch die innovative Verknüpfung von Grundlagenreflexion und Musikpraxis das Phänomen Musik auf neuartige Weise in seiner ästhetischen, kulturellen wie gesellschaftspolitischen Funktion auszuloten und so einer konzeptionellen Neubestimmung ihrer heutigen gesellschaftlichen Bedeutung zuzuführen.
So bietet das FZM auch anderen geisteswissenschaftlichen Fächern an der Universität, im denen musikbezogen geforscht wird, die Möglichkeit der Vernetzung. Das betrifft konkret beispielsweise Forschungen zu sprachlicher Rhythmik in der Linguistik (Prof. Dr. Stefan Pfänder, Romanistik), zu den komparatistischen Inter Art-Studies (Prof. Dr. Joachim Grage, Skandinavistik; Prof. Dr. Dieter Martin, Germanistik), zur Bedeutung des Jazz in der Sowjetunion (Dr. Michael Abeßer, Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte), zu Roma-Musikern in Rumänien (Prof. Dr. Manuela Boatcă, Soziologie) oder zur theologischen Bildung Johann Sebastian Bachs und den Texten zu seinen geistlichen Werken (Prof. Dr. Reiner Marquard, Honorarprofessor der Philosophischen Fakultät) sowie zum Zusammenhang von Musik und Glauben (Arbeitsstelle Liturgie, Musik und Kultur).
Für weiterführende Informationen besuchen Sie bitte die Websites der jeweiligen Institute und Seminare:
- Theologische Fakultät
Institut für Praktische Theologie
- Philologische Fakultät
Sprachwissenschaftliches Seminar
Romanisches Seminar
Deutsches Seminar
Skandinavisches Seminar
Institut für Medienkulturwissenschaft
- Philosophische Fakultät
Philosophisches Seminar
Historisches Seminar
Institut für Empirische Kulturwissenschaft
Institut für Soziologie